Start Aktuell Wie Eis weisser wird!

Sanierung Eishalle


Kunsteisbahn
Oberwynental
Unterwerkstrasse
5734 Reinach AG

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Das Geheimnis ist gelüftet

Kennen Sie die Pepsodent-Reklame? Strahlend weisse Zähne und ein unwiderstehliches Lächeln? Nicht um weisse Zähne, sondern um blütenweisses Eis ging es am vergangenen Montag in der Kunsteisbahn Oberwynental. Der Vorstand der Genossenschaft hatte zu einem Apéro für Sponsoren und Freunde der Eisbahn

eingeladen. Bei dieser Gelegenheit wurde das Geheimnis des weissen Eises gelüftet. Es besteht in einer Kreidemehl-Weissschicht, die auf dem Zementboden der Eisbahn aufgetragen wird, bevor dann der Eismeister so richtig «Gas» gibt und die Fläche von 1800 Quadratmetern überfrieren lässt.

Beginn Weissschicht

Bis vor zwei Jahren wurde der Untergrund (Betonboden) der Eisbahn jeweils mit Farbe neu gestrichen. Diese Methode war entsprechend aufwändig und auch teuer. Zudem hatte sie den Nachteil, dass die Farboberfläche nach Ausstellungen (Stichwort Expo aargauSüd) oder anderen Sommer-Aktivitäten jeweils viele schadhafte Stellen aufwies, die mit entsprechendem Aufwand nachgebessert werden musste. Erwin Iten, Inhaber der Firma Magrip GmbH, hat ein System entwickelt, das für Kunsteisbahnen europaweit wegweisend und geradezu revolutionär ist. Statt die Pisten zu streichen, wird vor dem eigentlichen Eisaufbau eine Kreidemehl-Weissschicht aufgetragen. Dank dieser raffinierten Technik erscheint die Eisfläche jedes Jahr wieder wie neu – blütenweiss!

Weissschicht

Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Kosten für die nicht gerade billige Farbe werden ebenso hinfällig wie der Arbeitsaufwand für das Streichen. Zudem verfügt die Kreidemehl-Weissschicht, auf der die Markierungen und Werbefolien aufgetragen werden, über eine wesentlich höhere Reflektionskraft als herkömmliche Farbe. Das heisst: Das Eis vermag die Umgebungstemperatur im Plusbereich (Wärme) wesentlich besser zu reflektieren, was zu einem Minderverbrauch an Energie führt. Für die Kunsteisbahn im Reinach werden die jährlichen Einsparungen auf rund 8000 bis 10’000 Franken geschätzt. Kommt hinzu, dass die blütenweisse Eisbahn auch optisch eine bessere Gattung macht. Nicht nur die Markierungen des Eishockey-Feldes, auch die Werbung kommt auf diese Weise bedeutend besser zur Geltung.

Weissschicht fertig stellen

Eis will  von Grund auf richtig aufgebaut sein und braucht eine entsprechend fachmännische Pflege. Oder wie Erwin Iten es formulierte: «Ein Eismeister darf nicht nur ‘abstauben’, sondern er muss im richtigen Moment die notwendigen Massnahmen ergreifen.» Auf der Kunsteisbahn Oberwynental ist Peter Küng für die «Rezeptur» des Eises zuständig. Als Eishockey-Schiedsricher der obersten Ligen weiss er genau, welche Unterlage für einen optimalen Spielbetrieb ideal ist und welche Anforderungen damit verbunden sind. Insgesamt misst die Eisschicht rund 30 Millimeter. Bei jeder Eisreinigung werden 2-3 Kubikmeter «Schnee» abgetragen. Dieser Abrieb führt dazu, dass pro Monat rund ein Zentimeter neues Eis aufgebaut werden muss.

Blaue Linie legen

Im Rahmen des Sponsoren-Apéros informierte Eismeister Peter Küng auch über die erfolgreich abgeschlossene Sanierung der Eishalle.  Wir erinnern uns: Das Kondenswassernagte in den vergangenen Jahrzehnten an der Substanz der Holzträger, so dass das Dach bei grossen Schneelasten einsturzgefährdet gewesen wäre. Der Gemeinderat Reinach und die Verantwortlichen der Genossenschaft Kunsteisbahn handelten umgehend und leiteten die notwendige Sanierung in die Wege. Heute werden die Kräfte vom Eishallendach direkt auf die Fundamente abgeleitet. Somit ist die 1982 erstellte Sporthalle im Reinacher Moos wieder «wie neu». Allerdings nur solange, bis sich wieder Kondenswasser bildet. Um das zu vermeiden, soll die Kunsteisbahn Oberwynental in einem nächsten Sanierungsschritt mit einer komplett neuen Hülle eingefasst werden. Um die Kondenswasserbildung zu vermeiden, müssen im Eingangsbereich entsprechende Schleusen und im Innern der Halle eine Entfeuchtungsanlage montiert werden. Erst dann ist die Langlebigkeit des Gebäudes garantiert und Gewähr geboten, dass die Dachkonstruktion nicht wieder Schaden nimmt.

Markierungen und Anspielpunkte verlegen

 

Text: Martin Suter, Redaktor WB